Dr. Schobert & Partner GmbH
Unternehmensberatung
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Manager können bis zu 60 % mehr aus ihren Fähigkeiten herausholen
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In der eigenen Psyche gefangen
Mit individuellen Schulungen Gewohnheiten herausfinden
Effizienter arbeiten und führen

Autor: Dr. Rudolf Schobert
in: Blick durch die Wirtschaft vom 26.11.1997, Seite 1

 

Der Schreibtisch des Herrn Prokuristen ist jederzeit völlig mit Papieren bedeckt, Material und Farbe der Büromöbel bleiben jahrelang unerfindlich. Der Besitzer hat das Gefühl, alles in der Hand behalten zu müssen, damit auch alles seinen rechten Weg gehen könne. Mit-arbeiter, die ihm Aufgaben abnehmen wollen, weist er dankend zurück. Was dabei jedoch zu kurz kommt, sind neue Ideen für den Absatz, die Werbung, die innere Organisation oder die Zusammenarbeit mit anderen Unternehmen.

 

Diese Art der Führung verhindert daher Innovation und Initiative, warnt die Unternehmensberatung Dr. Schobert & Partner GmbH in Nürnberg. Dieser Hang zum "Tu-ich-selbst" ist nicht das einzige Merkmal falscher Unternehmensführung. Beim "Feuerwehr-Syndrom" lasse sich der leitende Mann von dem Gefühl leiten, selbst eingreifen zu müssen, um Krisen zu meistern.

 

Man kenne das auch aus anderen Organisationen und aus der Politik, wenn der Herr Minister persönlich die Leitung des Kampfes gegen die Katastrophe übernehme. Oftmals stehe er dann aber der wirklichen Feuerwehr im Wege. Wenn er am Ende auch als Held dastehen mag, andere Aufgaben mit höherer Priorität bleiben liegen.

 

Hohe Kosten für das Unternehmen und unliebsame Verzögerungen können auch eine unbewältigte "Berg-Psychose" nach sich ziehen. Der leitende Mann übersehe die neue Aufgabe zwar nicht, sie erscheine ihm aber über-mächtig groß, daß er sie nicht anzupacken beginne.

 

Rudolf Schobert schildert einen Fall, wo die Errichtung eines Ausweich-Arbeitsplatzes 1 ½ Jahre in Anspruch nahm und die Lösung dennoch nicht richtig funktionierte. Am Ende betragen die Kosten 300.000 DM für einen Umbau samt Mauerdurchbruch und Beschaffung eines geeigneten Rollenlagers, wofür 50.000 DM hätten ausreichen müssen. Vermutlich wäre die Sache besser gelaufen, hätte der Chef die Aufgabe rechtzeitig einem seiner Handwerker anvertraut.

 

Rudolf Schobert kennt diese Beispiele nicht nur aus seinen Erfahrungen als Unternehmensberater. Er hatte selbst eine führende Stellung in der Industrie inne. Bei Kraft, der deutschen Tochtergesellschaft des amerikanischen Lebensmittelproduzenten war er verantwortlich für das Marketing und die Ertragsgestaltung einer deutschen Produktionsabteilung. Seine Beobachtungen in einer Reihe von Unternehmen führen ihn zu dem Ergebnis, daß die deutschen Unternehmen die Fähigkeiten ihrer Führungskräfte bei weitem nicht nutzen.

 

Vor allem auf der zweiten und dritten Ebene erweist sich das oftmals als hinderlich für die betrieblichen Abläufe. Die brachliegenden Reserven machen im Durchschnitt 40 % und mehr des möglichen Erfolgsergebnisses aus. Die größten Defizite schlagen sich im Jahresabschluß in sechs- bis siebenstelligen Zahlen nieder.